Ich will ganz ehrlich sein: Wer unter Druck gute Gespräche führt, seine Geschichten für Verhaltensfragen sauber vorbereitet hat und flüssig programmiert, während er seine Überlegungen laut erklärt, kann sich diese Tools und das Geld dafür sparen.
Auf die meisten Menschen trifft das allerdings nicht zu. Auf mich damals auch nicht. Sobald es ernst wurde, machte die Nervosität monatelange Vorbereitung zunichte. Für mich war das Tool deshalb ein Sicherheitsnetz. Wenn ich bei einer Verhaltensfrage plötzlich festhing, lieferte es mir einen Satz, an dem ich weiterbauen konnte, bevor die Stille unangenehm lang wurde.
Auch für Quereinsteiger kann diese Art von Hilfe viel bringen. Eigentlich arbeite ich als Backend-Entwickler. Bei einem Bewerbungsgespräch für eine Stelle, in dem Fragen zum Systemdesign mobiler Anwendungen vorkamen, war mein Wissen ziemlich dünn. Die eingeblendeten Gesprächsansätze hielten mich im Austausch. Ohne sie hätte ich schlicht nichts beizutragen gehabt.
Was der Markt verlangt
Ich habe die Preise von 15 Konkurrenten geprüft. Die Spanne ist gewaltig.
Am oberen Ende verlangt Final Round AI bei monatlicher Zahlung 148 pro Monat. Wer halbjährlich zahlt, kommt auf 81 pro Monat, muss aber 486 im Voraus hinlegen. Interview Coder 2.0 kostet 299 im Monat und deckt ausschließlich Coding ab. Bei UltraCode AI werden einmalig 899 fällig, ohne Rückerstattung und ebenfalls nur fürs Coding. Solche Beträge funktionieren nur, wenn jemand anderes die Rechnung übernimmt. Zwischen zwei Jobs funktionieren sie nicht.
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Try InterviewMan FreeIm Mittelfeld liegt LockedIn AI bei 54.99 pro Monat. Sensei AI kostet monatlich 89 oder ungefähr 24, wenn man sich für ein Jahr bindet. Linkjob AI verlangt 99.99 im Monat beziehungsweise 24.99 bei jährlicher Zahlung.
InterviewMan kostet 30 im Monat oder bei jährlicher Zahlung 12 im Monat, also 144 im Jahr. Für diese 12 gibt es unbegrenzte Minuten ohne Obergrenze pro Sitzung, Unterstützung für jede Art von Vorstellungsgespräch und Apps für Windows, macOS, Android, iOS und Chrome. Hinzu kommen Integrationen mit Zoom, Teams, Meet, Chime, Webex, HackerRank, CoderPad und Codility. Mehr als 20 Schutzmaßnahmen sorgen für Unauffälligkeit.
Wir haben geprüft, ob etwas im Dock oder in der Aktivitätsanzeige auftaucht, und außerdem ein gemeinsam übertragenes Zoom Gespräch aufgezeichnet. Zu sehen war nichts. 57,000 Menschen nutzen das Tool. Aus 257 Bewertungen ergibt sich eine Note von 4.8.
Ein einziger Monat Final Round AI kostet mehr als ein komplettes Jahr InterviewMan. Ein Monat Interview Coder 2.0 reicht für mehr als zwei Jahre InterviewMan. Und keines der beiden Tools deckt jede Gesprächsrunde ab.
Unauffälligkeit war für mich immer das harte Ausschlusskriterium. Bei einem Zoom Gespräch hatte ich eine Chrome-Erweiterung benutzt. Am nächsten Tag kam die Absage, begründet mit „Bedenken, die während der technischen Runde aufgekommen sind“. Beweisen kann ich nicht, dass der Tab der Auslöser war. Das musste ich auch nicht. Danach bin ich zu Desktop Overlays gewechselt, die in Aufzeichnungen verborgen bleiben, und dabei geblieben.
Als Nächstes zählt die Abdeckung, denn die Entscheidung fällt in den meisten Bewerbungsrunden bei Verhaltensfragen und beim Systemdesign, nicht beim Coding. Der Preis kommt an dritter Stelle. 12 im Monat gegenüber 148 sind keine ernsthafte Abwägung, wenn man gerade ohne Job ist. Die unterstützten Plattformen stehen auf meiner Liste zuletzt. Allerdings tauchten sowohl Webex als auch Chime in meinen letzten Bewerbungsrunden auf. Ein reines Chrome Tool wäre bei beiden gescheitert.
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